Liquidität Cheatsheet

Die Liquiditätsanalyse untersucht die Fähigkeit eines Unternehmens, kurzfristige Verbindlichkeiten mit kurzfristigen Vermögen zu decken.

Unternehmen sollten immer ausreichend kurzfristig liquidierbares Vermögen zur Verfügung haben, um damit kurzfristige Verbindlichkeiten begleichen zu können.

An dieser Stelle kommt das Umlaufvermögens ins Spiel. Das Umlaufvermögen umfasst Vermögensgegenstände, die sich weniger als ein Jahr im Besitz des Unternehmens befinden und sich verhältnismäßig leicht liquidieren lassen.

Vereinfacht dargestellt, setzt sich das Umlaufvermögen aus folgenden Positionen zusammen:

  1. Vorräte
  2. Forderungen
  3. Wertpapiere
  4. Liquide Mittel

Je weiter unten in der Liste, desto leichter lässt sich das Vermögen in Geld umwandeln.

Liquiditätsgrade

Um die finanzielle Stabilität eines Unternehmens beurteilen zu können, berechnen Analysten drei Kennzahlen, die sogenannten Liquiditätsgrade.

1. Liquiditätsgrad

Der erste Liquiditätsgrad greift die beiden Positionen des Umlaufvermögens auf, die sich am leichtesten liquidieren lassen, und setzt diese ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten.

1. Liquiditätsgrad =
Liquide Mittel + Wertpapiere

Kurzfristige Verbindlichkeiten

Dieser Liquiditätsgrad wird auch als Barliquidität (oder im Englischen "cash ratio") bezeichnet. Da sowohl liquide Mittel als auch Wertpapiere sofort liquidierbar sind, beschreibt die Kennzahl den Anteil der Verbindlichkeiten, die beispielsweise im Falle eines Notfalls garantiert beglichen werden können.

Um eine geeignete Höhe für die Liquidität 1. Grades zu bestimmen, sollte die Liquidität vergleichbarer Unternehmen herangezogen werden.

2. Liquiditätsgrad

Der 2. Liquiditätsgrad bezieht zusätzlich kurzfristigen Forderungen mit ein. Diese lassen sich bereits etwas schwerer liquidieren als Wertpapiere. Durch beispielsweise sogenanntes Factoring können aber auch Forderungen vergleichsweise leicht liquidiert werden.

2. Liquiditätsgrad =
Liquide Mittel + Wertpapiere + kurzfr. Forderungen

kurzfristige Verbindlichkeiten

Im Englischen wird die Liquidität 2. Grades auch als Quick Ratio bezeichnet.

3. Liquiditätsgrad

Der 3. Liquiditätsgrad und damit der "langfristigste" Liquiditätsgrad gibt das Verhältnis aus Umlaufvermögen zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten an.

Zusätzlich zu den Vermögensgegenständen des 2. Liquiditätsgrads, begreift der 3. Liquiditätsgrad auch Vorräte als Möglichkeit um kurzfristige Verbindlichkeiten zu decken. Da damit alle Positionen des Umlaufvermögens enthalten sind, wird auch lediglich dieses im Zähler aufgeführt.

3. Liquiditätsgrad =
Umlaufvermögen

Kurzfristige Verbindlichkeiten

Interpretation

Intuitiv mögen möglichst hohe Liquiditätsgrade wünschenswert sein. Tatsächlich aber bewegt sich die Optimierung der Liquiditätsgrade in einem Spannungsfeld aus finanzieller Stabilität und Rentabilität.

Einerseits geht mit hohen Liquiditätsgraden auch eine hohe finanzielle Stabilität einher. Je höher die Liquiditätsgrade, desto leichter können Unternehmen ihren kurzfristigen Verbindlichkeiten nachkommen.

Andererseits nimmt mit zunehmenden Liquiditätsgraden die Rentabilität eines Unternehmens ab. Dies liegt daran, dass die Bestände im Umlaufvermögen Kapital binden, dabei aber keinen Gewinn erwirtschaften.

Wie bei vielen anderen Kennzahlen auch, sind die Sollwerte von Branche zu Branche unterschiedlich. Daher sollte die Höhe der Liquiditätsgraden stets mit anderen Unternehmen einer Branche verglichen werden.

Hinweis: Die obigen Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Da Cheatsheets aber ein Thema nur verkürzt wiedergeben können und auch wir Fehler machen können, solltest du dich darüber hinaus immer zusätzlich selbstständig informieren. Falls du der Meinung bist, dass der obigen Text inhaltliche Fehler enthält, kannst du uns das hier mitteilen.

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