Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) Cheatsheet

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) setzt den Kurs einer Aktie ins Verhältnis zu dessen Umsatz und lässt damit Rückschlüsse auf eine Über- bzw. Unterbewertung zu.

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nicht berechnen lässt (beispielsweise aufgrund eines negativen Gewinns).

Das KUV kann als Wert verstanden werden, den Investoren einem Euro Umsatz beimessen (vgl. Interpretation).

Berechnung

Berechnet wird das KUV indem man man den aktuellen Kurs, also den Preis je Aktie, durch den Umsatz je Aktie teilt. Letzteren erhält wiederum, indem man den Umsatz durch die Anzahl der ausstehenden Aktien teilt.

Kurs−Umsatz−Verhältnis =
Preis je Aktie

Umsatz je Aktie

Alternativ kann man auch die Marktkapitalisierung (Anzahl Aktien * Preis je Aktie) durch den Umsatz teilen. Egal welcher Ansatz, man erhält das selbe Ergebnis.

Üblicherweise wird das sogenannte Trailing KUV berechnet. In diesem Fall setzt sich der Umsatz aus den Umsätzen der letzten vier Quartale zusammen. Wird dagegen für die Umsatzgröße auf einen erwarteten Umsatz zurückgegriffen, spricht man vom Forward KUV.

Interpretation

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis kann als Wert aufgefasst werden, den andere Investoren einem Euro an Umsatz beimessen.

Wie viele andere Kennzahlen, lässt sich das KUV nur im Vergleich zu anderen Unternehmen beurteilen. Diese Vergleichsunternehmen sollten in der selben Branche angesiedelt sein, da das KUV je nach Geschäftsmodell erheblich variieren kann.

Grundsätzlich kann ein niedriges KUV auf eine Unterbewertung hindeuten, wohingegen ein hohes KUV ein Hinweis auf eine Überbewertung darstellen kann.

Da das KUV alleine keine Rückschlüsse auf den Gewinn zulässt, sollte auch immer die Rentabilität im Auge behalten werden. Im Zusammenhang mit dem KUV sollten daher stets auch Brutto- und Nettomarge untersucht werden.

Kritische Betrachtung

Am Ende des Tages sind Aktionäre vor allem am Gewinn interessiert. Da dieser beim KUV außen vor gelassen wird, ist bei der Aktienanalyse eine gemeinsame Betrachtung mit Rentabilitätskennzahlen unerlässlich.

Schulden werden beim Kurs-Umsatz-Verhältnis ebenfalls nicht berücksichtigt, weshalb viele Investoren anstelle des KUVs lieber das Enterprise Value-Umsatz-Verhältnis betrachten. Dieses ist allerdings in seiner etwas Berechnung komplizierter.

Ein Vorteil des KUVs gegenüber dem KGV ist, dass es schwerer zu manipulieren ist. Im Gegensatz zum Gewinn lässt sich der Umsatz schwerer durch bilanzpolitische Maßnahmen beeinflussen.

Hinweis: Die obigen Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Da Cheatsheets aber ein Thema nur verkürzt wiedergeben können und auch wir Fehler machen können, solltest du dich darüber hinaus immer zusätzlich selbstständig informieren. Falls du der Meinung bist, dass der obigen Text inhaltliche Fehler enthält, kannst du uns das hier mitteilen.

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