Eigenkapitalrendite Cheatsheet

Die Eigenkapitalrendite gibt Aufschluss darüber, wie effizient ein Unternehmen sein Eigenkapital einsetzt.

Die Eigenkapitalrendite beschreibt das Verhältnis von Jahresüberschuss zum Eigenkapital.

Eine hohe Eigenkapitalrendite deutet darauf hin, dass ein Unternehmen im Verhältnis zu dessen Eigenkapital einen hohen Jahresüberschuss erwirtschaftet hat. Eine niedrige Eigenkapitalrendite dagegen weist auf eine ineffiziente Eigenkapital-Nutzung hin.

Um die Eigenkapitalrendite zu berechnen dividiert man den Jahresüberschuss durch das durchschnittliche Eigenkapital des Geschäftsjahres.

Eigenkapitalrendite =
Jahresüberschuss

Ø Eigenkapital
× 100

Das durchschnittliche Eigenkapital entspricht dabei dem Durchschnitt von Jahresanfangsbestand und Jahresendbestand.

Bewertung der Eigenkapitalrendite

Während die durchschnittliche Eigenkapitalrendite des S&P 500 bei 14% liegt, gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Branchen. Die Eigenkapitalrendite ist daher immer im Vergleich zu anderen Unternehmen einer Branche zu betrachten.

Als erstrebenswert gilt eine Eigenkapitalrendite, die leicht oberhalb des Branchendurchschnitts liegt. Unternehmen die diesen deutlich überschreiten sollten mit Vorsicht betrachtet werden.

Einflussfaktoren auf die Eigenkapitalrendite

Neben einem hohen Jahresüberschuss gibt es weitere Faktoren, die die Eigenkapitalrendite beeinflussen können. Zum Teil steigern diese die Eigenkapitalrendite in trügerische Höhe.

Hoher Verschuldungsrad

Manche Unternehmen kaufen gerne ihre eigenen Aktien zurück. Damit reduzieren sie ihr Eigenkapital und steigern automatisch den Gewinn je Aktie. Die Senkung des Eigenkapitals hat zur Folge, dass die Eigenkapitalrendite steigt.

Die Steigerung des Gewinn je Aktie ist jedoch nicht auf operative Ursachen zurückzuführen sondern viel mehr auf finanzpolitische Maßnahmen. Problematisch ist, dass solche Maßnahmen oft mit der Aufnahme neuer Schulden einhergehen.

Die Eigenkapitalrendite sollte also immer auch im Zusammenhang mit dem Verschuldungsgrad und der Eigen- bzw. Fremdkapitalquote betrachtet werden.

Negativer Jahresüberschuss

Wenn der Jahresüberschuss oder auch das Eigenkapital negativ ist, sollte die Eigenkapitalrendite nicht berechnet werden. In solch einer Situation könnte die Berechnung zu einer rechnerisch hohen Eigenkapitalrendite führen, die allerdings keine Aussagekraft besitzt.

Verlustvortrag

Unter bestimmten Vorraussetzungen können Unternehmen Verluste auf das nächste Geschäftsjahr übertragen. In diesem Geschäftsjahr reduziert der Verlustvortrag dann das Eigenkapital, was wiederum die Eigenkapitalrendite rechnerisch erhöht.

Hinweis: Die obigen Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Da Cheatsheets aber ein Thema nur verkürzt wiedergeben können und auch wir Fehler machen können, solltest du dich darüber hinaus immer zusätzlich selbstständig informieren. Falls du der Meinung bist, dass der obigen Text inhaltliche Fehler enthält, kannst du uns das hier mitteilen.

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