Eigenkapitalquote Cheatsheet

Die Eigenkapitalquote beschreibt den Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme. Respektive also der Prozentsatz des Gesamtkapitals, der nicht von Fremdkapital, also von Schulden gedeckt ist.

FĂĽr Unternehmen kommen grundlegend zwei Arten der Finanzierung in Betracht: Eigen- und Fremdkapital.

Während Fremdkapital einem Unternehmen befristet zur Verfügung gestellt wird (z.B. in der Form von Krediten), befindet sich das Eigenkapital dauerhaft im Unternehmen.

Eigenkapital wird zunächst durch Investoren, die damit zu Eigentümern werden, in ein Unternehmen eingebracht. Behält ein Unternehmen im späteren Verlauf Gewinne ein, erhöhen diese ebenfalls das Eigenkapital.

Das Gesamtkapital nahezu jeden Unternehmens setzt sich sowohl aus Eigen- als auch Fremdkapital zusammen. Die Eigenkapitalquote beschreibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital.

Wie berechnet man die Eigenkapitalquote?

Die zur Berechnung notwendigen Kennzahlen findet man in jeder Bilanz bei den Passiva. Das Gesamtkapital steht ganz unten als Bilanzsumme. Das Eigenkapital steht ganz oben. Die beiden Kennzahlen müssen nur noch dividiert werden und man erhält die Eigenkapitalquote.

Eigenkapitalquote =
Eigenkapital

Gesamtkapital
Ă— 100

Eine hohe Eigenkapitalquote bedeutet also, dass das Unternehmen zu einem groĂźen Anteil durch Eigenkapital finanziert ist. Die restliche Finanzierung kommt durch das Fremdkapital zustande.

Vor- und Nachteile einer hohen Eigenkapitalquote

Stabilität

Je höher die Eigenkapitalquote, als desto sicherer kann ein Unternehmen betrachtet werden.

Anders als auf Fremdkapital, fallen auf Eigenkapital keine Zinsen an. Zwar erwarten auch Eigenkapital-Geber eine Rendite, allerdings ist diese nicht verpflichtend.

Zudem weist Eigenkapital gegenĂĽber Fremdkapital auch den Vorteil auf, dass dieses dem Unternehmen unbefristet zur VerfĂĽgung steht.

Besonders wichtig werden diese beiden Faktoren beispielsweise während einer Rezession. Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote sind gemäß ihrer geringen Fremdkapitalquote auch nur geringfügig durch eine entsprechende Zinslast belastet.

Anders als Unternehmen mit einer geringen EK-Quote können sie so leichterer ihrer normalen Tätigkeit nachgehen.

Rentabilität

Eine hohe Eigenkapitalbasis hat negative Auswirkungen auf eine der beliebtesten Rentabilitätskennzahlen überhaupt: Die Eigenkapitalrendite.

Dieses setzt den erwirtschaften Jahresüberschuss ins Verhältnis zum Eigenkapital. Wenn nun Unternehmen die Strategie einer hohen EK-Quote verfolgen, führt der hohe Bestand an Eigenkapital zu einer niedrigen Eigenkapitalrendite.

Was gilt als gute EK-Rendite?

Mit einer pauschalen Aussage lässt sich diese Frage nicht beantworten. Die Eigenkapitalquoten variieren je nach Branche. Besonders hohe Eigenkapitalquoten finden sich beispielsweise im Chemiesektor. Daher sind immer Vergleiche mit direkten Wettbewerbern sinnvoll.

Grundsätzlich können Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell eine geringere Eigenkapitalquote wagen, wenn diese für Konjunkturschwankungen weniger anfällig sind.

Deutsche Unternehmen haben zum Teil höhere EK-Quoten, da diese anders als ausländische Unternehmen seltener Aktien zurückkaufen. Aktienrückkäufe senken die Eigenkapitalbasis.

Hinweis: Die obigen Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Da Cheatsheets aber ein Thema nur verkürzt wiedergeben können und auch wir Fehler machen können, solltest du dich darüber hinaus immer zusätzlich selbstständig informieren. Falls du der Meinung bist, dass der obigen Text inhaltliche Fehler enthält, kannst du uns das hier mitteilen.

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