Management Cheatsheet

Die Bewertung des Managements ist nicht einfach, aber ein starkes Managementteam ist für eine langfristige Unternehmens- und Aktienperformance unerlässlich. Die Durchführung einer umfassenden Analyse hilft bei der Evaluierung der risikobereinigten Rendite.

Die Investoren-Legenden Warren Buffet und Charlie Munger betrachten ein fähiges und vertrauenswürdiges Management als Voraussetzung um in ein Unternehmen zu investieren.

Niedrige Aktionärsrenditen und ein geringes Zukunftspotenzial sind häufig auf ein schlechtes Management zurückzuführen. Daher sollte die Evaluierung des Managements fester Bestandteil jeder Aktienanalyse sein. Hier erfährst du, wie es geht.

Warum ist das Management eines Unternehmens wichtig?

Wenn der Kapitän eines Schiffes nicht kompetent ist, besteht die Gefahr, dass es in die falsche Richtung segelt. Genau so ist es auch bei Unternehmen. Auch hier besteht die Möglichkeit, dass das Unternehmen bei bei schlechter Führung einen falschen Weg einschlägt.

Langfristiger Erfolg lässt sich am besten dadurch erzielen, dass man frühzeitig kleinere Kurskorrekturen vornimmt, anstatt bei der Brandbekämpfung große Umschwünge zu vollziehen. Wenn sich das Unternehmen auf die langfristig wichtigen Dinge konzentriert, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Erfolg eintritt und Anleger damit bessere Renditen zu sehen bekommen.

Warum sollten Anleger das Management analysieren?

Dank der kurzsichtigen Wall-Street-Kultur sehen viele Unternehmen (kurzfristiges) Wachstum als ihre oberste Priorität an. Die Finanzmedien tun ihr Übriges, indem sie die Wachstumszahlen in den Mittelpunkt stellen. Dadurch wird häufig ein Kreislauf geschaffen, der das Management dazu motiviert, sich auf kurzfristiges Wachstum zu konzentrieren.

Investoren sind daher daran interessiert, zu überprüfen, ob das Management, das Unternehmen auch langfristigen Erfolg sichern kann.

Wie können Investoren die Unternehmensführung analysieren?

Potenzielle Investoren sollten damit beginnen, die Aktionärsbriefe und Geschäftsberichte zu lesen, um die strategischen Ziele des Managements zu verstehen.

Darüber hinaus, sollten Anleger folgende Kriterien bei der Analyse des Managements berücksichtigen.

Kommunikation

Anleger sollten sich folgende Fragen stellen: Wie groß ist die Bereitschaft des Unternehmens, mit den Aktionären zu kommunizieren? Reagiert es auf die Fragen der Aktionäre? Unternehmen, die antworten, sind in der Regel besser geführt.

Offizielle Ankündigungen können einen Hinweis auf die Ausrichtung geben. Hier ist es wichtig, auch zwischen den Zeilen zu lesen. Wenn das Management über bereinigte Gewinne wie das adjusted EBITDA redet, sollte man sich bewusst sein, dass die Kennzahlen häufig beschönigt werden. Auch wenn das kurzfristige Wachstum überdurchschnittlich hervorgehoben wird, kann es sein, dass dem Management Perspektive für die Zukunft fehlt.

Amtszeit

Ein stabiler Vorstand und ein stabiles Führungsteam mit einer Amtszeit von mehr als drei Jahren gelten als weniger risikoreich als bei einer Neuernennung. Dies hängt allerdings auch vom Lebenszyklus des Unternehmens ab.

Sparsamkeit der Manager

Sparsame Manager führen zu einer ebenso sparsamen Unternehmenskultur; Prestigeprojekte und Privatjets sind Warnzeichen.

Insider-Aktivitäten

Ein Blick auf die Insider-Aktivitäten von Managern in den letzten 12 Monaten kann einen wichtigen Hinweis auf ihr Vertrauen in das Unternehmen geben.

Vergütungsstruktur

Wie wird das Management bezahlt? Gut gesetzte Anreize können zu Ergebnissen führen, die aus Aktionärs-Sicht wünschenswert sind. Daher sollte man sich anschauen, wie die Geschäftsführung bezahlt wird: Ist die Bezahlung an das Wachstum des Gewinns bzw. des Umsatzes, die Kapitalrendite oder etwas anderem gekoppelt?

Lebensläufe

Die Lebensläufe der Manager kann man in der Regel auf den jeweiligen Webseiten der Unternehmen einsehen. Bei der Analyse sollte man dabei vor allem auf die Erfahrungen in der Branche sowie auf die bisherigen Erfolge in den vorangegangenen Unternehmen achten.

Aktienrückkäufe

In Bullen-Märkten können Aktienrückkäufe überteuert sein. Manager sagen üblicherweise, dass sie mit Rückkäufen Kapital an die Aktionäre zurückgeben wollen. Hier sollten sich Investoren bewusst werden, zu welchen Kosten dies geschieht. Die Kaufpreise sind in den Finanzberichten zu finden. Diese können dann dann mit historischen Kursmultiplikatoren (KGV, P/S) verglichen werden, um festzustellen, ob das Management zu viel bezahlt hat.

Hinweis: Die obigen Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Da Cheatsheets aber ein Thema nur verkürzt wiedergeben können und auch wir Fehler machen können, solltest du dich darüber hinaus immer zusätzlich selbstständig informieren. Falls du der Meinung bist, dass der obigen Text inhaltliche Fehler enthält, kannst du uns das hier mitteilen.

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