Wettbewerbsvorteil Cheatsheet

Wettbewerbsvorteile erlauben es Unternehmen, a) bessere oder b) günstigere Produkte zu produzieren.

Unternehmen mit einem Wettbewerbsvorteil können höhere Umsätze oder höhere Margen als Wettbewerber realisieren. Damit zeigt sich der Wettbewerbsvorteil in den Kennzahlen des Unternehmens. Um diese Kennzahlen einschätzen sowie Trends erkennen zu können, ist es wichtig, Wettbewerbsvorteile und deren Ausprägung bei der Aktienanalyse zu untersuchen.

Der renommierte Investor Warren Buffet spricht in diesem Zusammenhang auch von Burggräben, die verhindern, dass Konkurrenten einem Unternehmen Marktanteile streitig machen.

Arten von Wettbewerbsvorteilen

Es gibt viele verschiedene Arten von Wettbewerbsvorteilen. Größenvorteile, Marken, Regulatorische Vorteile und Geistiges Eigentum gehören zu den häufigsten Wettbewerbsvorteilen.

Größenvorteile

Große Unternehmen haben oft mindestens einen Wettbewerbsvorteil, allein weil sie von ihrer Größe profitieren. Dies ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen. Beispielsweise können große Unternehmen effizienter arbeiten. Oft geht die Produktion von Gütern mit hohen fixen Kosten einher. Werden viele Güter produziert, sinken die durchschnittlichen Stückkosten, da sich die Fixkosten auf viele Güter verteilen.

Zudem können größere Unternehmen einen größeren Druck auf Lieferanten ausüben und damit die Preise bzw. Kosten senken (vgl. Verhandlungsstärke der Lieferanten).

Ein weiterer bedeutender Vorteil können Netzwerkeffekte sein. Netzwerkeffekte beschreiben den Effekt, dass einem Produkt oder einer Dienstleistung einen größeren Nutzen beigemessen wird, je mehr Nachfrager sich für dieses entscheiden. Facebook ist beispielsweise nur dann von Bedeutung, wenn auch andere Nutzer vorhanden sind. Theoretisch können Netzwerkeffekte sogar dafür sorgen, dass Unternehmen zu einem Monopol werden. Diese sogenannte Winner-Takes-It-All-Dynamik ist z.B. beim Messenger WhatsApp zu beobachten.

Marke

Analysten sollten sich die Marke des untersuchten Unternehmens genau anschauen. Wenn Konsumenten ein Unternehmen aufgrund dessen Marke bevorzugen oder bereit sind, mehr zu zahlen, ist dies ebenfalls ein Wettbewerbsvorteil.

Regulierung

In manchen Fällen können Unternehmen von Regulierung profitieren. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn staatliche Bestimmungen den Markteintritt neuer Unternehmen verhindern oder erschweren. Auch können Unternehmen dann profitieren, wen ihre Wettbewerber reguliert werden.

Geistiges Eigentum

Unternehmen können sich ihr Geistiges Eigentum patentieren lassen und damit die Konkurrenz von der Nutzung dieses abhalten. Wertvolles Geistiges Eigentum kann z.B. ein patentiertes Verfahren oder Gerät sein, dass die Produktionskosten reduziert. Wettbewerber, die dieses nicht nutzen können, sind im Nachteil.

Interpretation

Bei der Analyse von Aktien sollten zunächst alle Wettbewerbsvorteile identifiziert werden. Am Anschluss können diese dann auf ihre Einzigartigkeit und Beständigkeit überprüft werden.

Wettbewerbsvorteile sind besonders dann wertvoll, wenn diese innerhalb einer Branche einzigartig sind. Wenn einige der Wettbewerbern den selben Vorteil aufweisen, wird dies dazu führen, dass der Vorteil verfällt. Daher sollte überprüft werden, ob Wettbewerber ähnliche (oder andere) Wettbewerbsvorteile ausweisen und wie diese ausgeprägt sind.

Burggräben sind besonders wertvolle Wettbewerbsvorteile

Wenn Wettbewerbsvorteile nur schwer von Wettbewerbern kopiert werden können, werden diese auch als Burggraben bezeichnet. Im Mittelalter wurden Burggräben ausgehoben, um Feinde von einem potenzielle Angriff auf die Burg abzuhalten bzw. diesen zu erschweren. Genau so ist es heutzutage bei Unternehmen. Nur, dass in diesem Fall das Unternehmen die Burg darstellt und Gräben sinnbildlich für Maßnahmen stehen, die den Marktanteil verteidigen.

Einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten, Warren Buffet, wählt Unternehmen unter Anderem nach dem Vorhandensein und der Stärke von Burggräben aus. Damit Wettbewerbsvorteile als Burggräben gewertet werden können, müssen diese beständig sein. Beständigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es Konkurrenzunternehmen nicht oder nur sehr schwer möglich ist, diesen Wettbewerbsvorteil zu imitieren. Unternehmen sollten daran arbeiten, Burggräben zu manifestieren und zu vertiefen.

Anleger sollten also während der Aktienanalyse Wettbewerbsvorteile vom untersuchten Unternehmen und dessen Konkurrenz identifizieren und auf deren Einzigartigkeit und Beständigkeit überprüfen.

Hinweis: Die obigen Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Da Cheatsheets aber ein Thema nur verkürzt wiedergeben können und auch wir Fehler machen können, solltest du dich darüber hinaus immer zusätzlich selbstständig informieren. Falls du der Meinung bist, dass der obigen Text inhaltliche Fehler enthält, kannst du uns das hier mitteilen.

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